IV bei move 36

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IV bei move 36

Beitragvon Lotte » 13. Apr 2014, 09:33

>>> http://www.move36.de/nordhessen/nachric ... omas-godoj <<<





Für viele ist er immer noch der sympathische Rocker aus der Casting-Show DSDS, der mit „Love is you“ die Charts stürmte. Dabei macht Thomas Godoj seit Langem sein eigenes Ding und authentischen deutschen Rock mit guten Texten. Für sein fünftes Album startet er gerade eine Crowdfunding-Kampagne bei „startnext.de“. Sein aktuelles Album „Männer sind so“ präsentiert er zurzeit auf der „Männer sind so“-Zusatztour. Der 36-jährige aus Recklinghausen mit polnischen Wurzeln kommt am 12. April auch nach Fulda in den Kulturkeller. Mit move36 hat Thomas über seine Karriere von DSDS bis heute gesprochen.


Schlampig, unordentlich, unzuverlässig – in deinem neuen Song „Männer sind so“ kommt das männliche Geschlecht nicht unbedingt gut weg. Sind Männer wirklich so schlimm?

Nein, ich glaube nicht. Das ist immer so das typische Klischeedenken, das ich aus Jux und Tollerei aufgegriffen habe. Ich habe mich mal damit auseinandergesetzt und ein bisschen rumgegoogelt, was so diese typischen Dinge sind.

Gibt es etwas, das auf dich zutrifft?

Hm. Es ist ja so, dass ich Papa bin, da muss ich natürlich ein gutes Vorbild sein für die Kinder. Aber als ich eine Junggesellenbude hatte, war natürlich ab und zu mal Chaos, wenn ich unterwegs war, gerade in Sachen Musik. Da ist natürlich einiges liegen geblieben, ein dreckiges Handtuch oder so was. Jetzt wird das Handtuch sofort in die Waschmaschine gesteckt (lacht).

Du spielst am 12. April im Kulturkeller Fulda. Hast du Zeit, dir Fulda anzusehen?

An Fulda bin ich immer nur vorbeigefahren. Ich weiß nicht, ob wir Zeit dazu haben, die Stadt anzuschauen. Wir kommen an dem Tag aus Freiburg, dann ist Aufbau angesagt, Soundcheck, dann spielen wir den Gig, und fahren ins Hotel. Meistens ist es so, dass es tatsächlich keinen freien Tag gibt. In den vielen Wartezeiten kümmere ich mich nebenbei einfach um ein paar Bürosachen.

Schläfst du immer im Hotel oder im Tourbus?

Es ist so, dass wir mit einem 9-Sitzer-Bus fahren. Morgens fahren wir immer in die nächste Stadt, schlafen aber nach dem Konzert dort im Hotel. Aber es gab auch Touren, bei denen wir mit einem Nightliner gefahren sind.

Wie kommst du nach deinen Auftritten zur Ruhe?

Jeder braucht ja immer so seine Zeit, um ein bisschen runterzukommen. Ich sitze dann mit der Band im Foyer oder im Bus, schnacke noch ein bisschen, trinke noch ein Bierchen und gehe dann zu Bett. Schlaf ist schließlich wichtig.

Wie hat sich deine Musik entwickelt?

Zum Positiven (lacht). Wer den Godoj seit sieben Jahren kennt, wird feststellen, dass der Godoj da ’ne gewisse Kurve hingelegt hat, aus diesem Casting-Wahn ins wahre Musikleben und natürlich auch zurück zu seinen Wurzeln. Das war zwar nicht so weit entfernt von dem, was ich damals in dieser Sendung abgeliefert hab, aber vergleichbar ist das nicht. Letztendlich war ich in der Sendung halt nur Interpret.

Du singst auf Englisch und auf Deutsch. Einige deiner Songs sind auch auf Polnisch. Mit welcher Sprache fühlst du dich beim Singen wohler?

Mit der deutschen Sprache. Ich bin zwar in Polen geboren, aber mit sechs, sieben Jahren nach Deutschland gekommen und hier aufgewachsen. Meine Muttersprache ist die deutsche Sprache. Aber ich überlege, ob ich beim nächsten Album, das über Crowdfunding finanziert wird, einige meiner alten und neuen deutschen Songs ins Englische übersetze. Gerade, wenn ich in Polen spielen möchte, ist es von Vorteil, englischsprachige Songs zu machen.

Hast du Lust, neue musikalische Richtungen auszuprobieren?

Ich habe jetzt nichts gegen Features, wenn sich was ergibt. Auf dem letzten Album gibt’s zum Beispiel ein Duett mit einer wunderbaren Sängerin namens Jaël Malli, einer richtig tollen Band, die in der Schweiz sehr erfolgreich ist. Da bin ich immer sehr offen.

Das Cover deines Albums „Männer sind so“ wirkt auf mich provokant. Wie kam es zur Idee, mit einer nackten Schaufensterpuppe zu posieren?

Das kam durch die Fotografin Julia Scheibeck, die sich Seeungeheuer nennt (lacht). Ich bin mit dem Konzept des letzten Albums zu ihr ins Studio gegangen. Sie hatte diese Schaufensterpuppe da stehen und meinte dann: Du, Männer sind so, dann check mal die Puppe! Es ist provokant, und so sollte es auch sein.

Du bist vor allem durch DSDS bekannt. Wie siehst du die Show im Nachhinein? Beatrice Egli startet ja jetzt mit Schlager durch.

Es gibt für alles eine Nische, womit der Fernsehsender Geld macht. Am Ende haben die Künstler dann die Arschkarte gezogen. Aber nichtsdestotrotz hat es auch einen Vorteil: Es ist ein kleines Sprungbrett, aber man sollte sich schnell davon lösen. Beatrice Egli wird von den meisten Medien gar nicht als Künstlerin gesehen, sondern als Werbepuppe. Da ist es dann super schwierig, aus dieser Nische rauszukommen und das Gegenteil zu beweisen. Ein paar Jahre später interessiert sich dann keiner mehr dafür. Aber seit sieben Jahren beschäftige ich mich nicht mehr mit der ganzen Sache.

Du bist viel auf Tour. Was fehlt dir am meisten?


Natürlich fehlen mir meine zwei kleinen Kinder am meisten.

In deinem Song „Wolken“ sprichst du davon, dass die Götter unser oft falsches Handeln nicht sehen. Wie ist deine Haltung zu Gott?

Der Song ist eher gesellschaftskritisch gedacht und hat nichts mit Gott zu tun. Wir sollten uns die Hände reichen. Uns allen gehört dieser Planet. Aber leider ist die Realität anders. Was meinen Glauben angeht: Römisch-katholisch steht zwar in meinen Papieren. Aber ich hab mit der Kirche überhaupt nichts am Hut. Ich glaube an das, was ich sehe und an das Gute im Menschen. Religion interessiert mich eigentlich wenig, weil ich glaube, dass nur die Eltern die guten Faktoren weitergeben können. Das ist immer eine Erziehungs- und keine Religionssache.
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Re: IV bei move 36

Beitragvon shana » 13. Apr 2014, 14:35

Danke Lotte! :knutsch:
Glaub mir, es gibt Wände, die sind dicker als dein Kopf. Daniel Wirtz
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